Also ... Es sind 25 Grad, die Sonne knallt auf das Tor vom Rennsteig und mir wird schon ganz schwummerig, wenn man bei diesen Wüstentemperaturen 20 km durch die Gegen latschen soll, muss, darf oder will. Aber ... ich habe noch bis morgenfrüh um 8 Uhr, denn dann geht es los nach einem herrlichen Frühstück.
Wenn ich mir das Wetter von morgen ansehe, dann kann sich das sogar sehen lassen. Immerhin sollen es bis 18 Grad werden, ein paar Wolken auftauchen und nur zur Mittagszeit ein wenig regnen. Regen ist gut ... dann muss ich nicht so viel Wasser für den Wasserkessel mitnehmen sondern direkt reinregnen lassen. Wird aber dann wohl nur ein kleiner Kaffee. Ich bin grade schon mal den ersten Kilometer gegangen, nur weil ich meine Schuhe an thüringischen Boden gewöhnen wollte ... und es geht morgen sofort ziemlich steil und hoch hinauf. Dazu kommen auf den 19 Kilometern bis Ascherbrück noch 15 Hügel, die es rauf und runter geht ... und dann kommt das Hubertushaus. Ach ... und hier am Rennsteig ist es ziemlich voll, allerdings mehr Radfahrer als Wanderer.
Und dann ist es ja Tradition, sich einen Stein aus der Werra ins Gepäck zu stecken und den bis an die Selbitz in Blankenstein zu tragen ... wo man ihn wieder im Wasser versenkt. Das da oben ist mein Stein. Ein wenig unförmig, ein wenig narbig ... wer mag da nur Vergleiche ziehen?
Noch vor einem halben Jahr, als ich allen, die es nicht hören wollten erzählt habe, dass ich den Rennsteig wander, da habe ich selber nicht wirklich daran geglaubt, dass ich das durchziehen werde. Inzwischen sind es zu Hause immer mehr und mehr Kilometer gewesen, die ich fast täglich gelaufen bin und jetzt - trotz des guten Wetters - bin ich frohen Mutes, dass ich den Steig rennen werde ... so mich keine Wanderer von links oder nichtklingelnde Fahradfahrer von vorne über den Haufen laufen, rennen oder fahren werden.
Hier noch ein Kurzer Blick direkt am Tor zum Rennsteig auf die Werra. Idyllisch ... wenn man nicht nach rechts hin auf die riesige Autobahnbrücke starren müsste.